Star Wars, oder der Krieg der Kastraten

Meine erste Begegnung mit dem Star Wars Universum war im Sommer 1982, als ich mit meinen Eltern in Kroatien im Urlaub war, und eines abends, auf einem Bierkasten sitzend THE EMPIRE STRIKES BACK im open-air Strandkino sah. Mit Sand in den Augen, während Luke im Schnee kämpfte. Auf Englisch. Ich war restlos begeistert, obwohl ich nichts verstand. Bis auf einen Satz. Der hatte es aber in sich: Sagte doch Darth Vader „I’m your father.“ Nachdem er seinem Sohn den Arm abgehauen hatte:

empire - luke amputation

Amputationen sind wohl nirgendwo so häufig, wie bei George Lucas. Viel wurde da bislang nicht drüber geschrieben, wenn man von der reinen Auflistung oder Zusammenschnitten absieht, und auch die Fans im wiki sind zum Zeitpunkt dieses Artikels noch ratlos.

Höchste Zeit also, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Oder um es mal für Lucas frei nach Freud zu formulieren: Wo Arm war, soll keine Erektion mehr werden.

Denn in der Psychoanalyse ist das (Licht-)Schwert nichts anderes, als ein Phallussymbol. Wenn man den Gedanken dann erst einmal weiterspinnt*, wird einem richtig übel, und manche Ungereimtheit ergibt plötzlich einen Sinn. Denn so sehr Lucas eine „sexualisierte“ Sicht seiner Saga unterdrückt (ja keine wippenden Brüste zeigen, alles mit Gaffertape weg kleben, abbinden – hat glatt schon was von Bondage…), „kommt es ihm“ an anderer Stelle wieder zum Vorschein. Nirgendwo so sehr, wie im Bild des Lichtschwerts.

Aber der Reihe(nfolge der Entstehung) nach. Den ersten verlorenen Arm hat C3PO zu beklagen, und der lässt sich leicht wieder dran schrauben. Hier legt er auch schon die Grundlage für sein „mehr ist besser“-Motiv, mit dem er mehr schlecht als recht zu kaschieren sucht, dass ihm nix neues mehr einfällt. Damit möchte ich seine Schöpfung nicht schmälern, ganz im Gegenteil. Das ursprüngliche Drehbuch für den Krieg der Sterne hat er jahrelang umgeschrieben und überarbeitet. Sonst gäbe es nicht die Skywalkers, sondern die Starkillers. Man muß kein Scriptdoctor sein, um hier den dringend zu behandelnden Patienten zu erkennen. Deswegen ist der erste Film die Offenbarung, die er damals war. Ein Destillat aus Geschichten mit Bildern, wie man sie so noch nie (ich trau mich an dieser Stelle nicht auch noch über Leni R. zu schreiben) gesehen hat. Bestimmt hatte er damals auch die ersten Ideen für EMPIRE, die ihn zum besten Film der Serien machen, denn die Schwächen waren spätestens ab JEDI nicht mehr zu übersehen.

Zurück zum Lichtschwert. Amputation also von C3PO, der, wie wir in Episode 1 erfahren, von niemand anderem als seinem Vater gebaut worden ist. Und während er den Arm wieder dranschraubt, drückt ihm Obi-Wan das Lichtschwert seines Vaters in die Hand. Die „Potenz“ geht also vom Papa auf den Sohn über. Und jetzt wird’s katholisch. Priester und Ministrant. Angesichts der „Erektion“ (Lichtschwert ist ausgefahren) bittet der alte Mann darum, dass ihm der Junge als Schüler folgt. So haben es die „Jedi“ schon immer gehalten. Ein Männerbund. Brüder. Verhinderte warme Brüder. Auf diesen Verdacht komme ich später noch zurück. Denkt mal drüber nach, bei den „Sith“ ist es genauso. Ein alter Sack, und ein Junger, der für ihn die ganze Drecksarbeit erledigt, und mit seinem Lichtschwert herumfuchtelt. Luke schleppt Yoda sogar auf dem Rücken mit sich herum… und so sexy wie „im Sumpf“ sah Luke nie wieder aus.

Ganz impotent ist Obi-Wan aber auch nicht. Immerhin reicht es, um seinen „Schüler“ nicht von Kriminellen anmachen zu lassen. Bleibt noch das Duell mit Vader. Da stellt der alte „Lover“ seinen ehemaligen „Lehrer“ zur Rede – und der verduftet lieber. Diesem Konflikt wird Lucas immer wieder ausweichen. Man kann im Star Wars Universum niemanden zum Thema Sexualität zur Rede stellen.

In EMPIRE ist es erstmal das Eismonster, das einen Arm einbüßt. Nicht sehr einfallsreich, wenn man drüber nachdenkt. Auch nicht der Tausch der Sandwüste durch eine Schneewüste. Und wieder ruft der erste „appe Arm“ Obi-Wan auf den Plan, der ihn zu Yoda schickt. Wie psychoanalytisch Star Wars ist, sieht man spätestens auf Dagobah, wenn Luke im Baum (! ebenfalls ein Phallussymbol) sich selbst besiegt, oder eben dabei versagt. Ist doch eigentlich eine spannende Frage: Wieso ist es für Yoda ein Versagen, dass Luke seine „dunkle Seite“ besiegt? Wenn Darth „das Böse“ verkörpert und Luke es besiegt, bleibt dann nicht nur „der gute“ Luke übrig? Er begreift doch, was er da getan hat. Oder geht es um das Verbot des Vatermordes, dass darin mitschwingt? Jetzt aber zu der Ungeheuerlichkeit der Serie. Papa „kastriert“ seinen eigenen Sohn, und bietet ihm hinterher seine (mechanische) „Hand“ an. Was für ein Arschloch. Man wünscht sich den Vatermord, und ist angesichts dieser Enthüllung vollkommen platt. Wieso sagt Vader ihm das nicht früher? Woher weiß Vader das überhaupt auf einmal? Nur weil es im ersten Teil hieß „Die Macht ist wirksam bei diesem da.“ (ein Satz, dessen Grammatik auch von Yoda hätte sein können) reicht mir nicht als Erklärung, und woher es der Imperator in EMPIRE plötzlich weiß, ist ebenfalls ungeklärt. Also was hätte dagegen gesprochen Luke mit „Hallo Sohn!“ zu begrüßen? Man stelle sich den anschließenden Dialog einmal aus der Feder von Quentin Tarantino vor. Würde ich mich angucken. Aber sowas von!

Keine Szene haut einen mehr um. Wem könnte Luke denn mit seiner Potenz gefährlich werden? Wem anderes, als… der einzigen Frau in der Serie: seiner Zwillingsschwester Leia (wären sie vom Haus Targaryen sähe die Sache ja ganz anders aus – die Lannisters rechne ich mal nicht mit…). Von der weiß weder Vader noch der Imperator. Nur Lucas. Und der bestraft Luke für den Kuss mit seiner Schwester. Sonst war Luke doch auf keinen „scharf“. Höchstens auf seinen Kumpel Biggs von Tatooine, der sich den „Rebellen“ anschließt. Guckt man sich diese Szene an, und stellt sich dabei die „Rebellion“ als „Schwulenkneipe“ im Weltraum vor (oder jede andere Form von Sexualität), entwickelt diese Szene plötzlich eine völlig andere Dynamik. Die Szene flog bestimmt auch deswegen heraus, weil es sonst ohnehin die „schwulste“ Stelle der Saga gewesen wäre, und das war bestimmt selbst George bewußt. Also haben wir es wohl mit einer Bestrafung für möglichen Inzest zu tun, oder Bestrafung für seine heterosexuelle Neigung an sich. Sucht es euch aus.

Nun zum „mehr ist besser“-Aspekt. C3PO wird diesmal eben komplett in seine Einzelteile zerlegt. Sehr toll. Die Variationen wie man ihn anders zusammenschrauben kann halten sich ja in Grenzen, trotzdem probiert Lucas ja ein paar in Episode 2 aus. Was wird noch größer? Ach ja, die Sternenzerstörer werden um Super-Sternenzerstörer ergänzt, die im wahrsten Sinne des Wortes (bzw. Bildes) die Kleinen in den Schatten stellen. Und bei JEDI ist es dann mit dem noch größeren Todesstern nicht mehr zu übersehen, dass Lucas die Ideen ausgegangen sind. Wurde das mit der „neuen Trilogie“ besser? Ich sag’s mal so: es hat sich hier gleich in die Potenz der Lichtschwerter übertragen. Episode 1 mit dem Doppellichtschwert von Darth Maul. Das kann man ja noch durchgehen lassen, weil es durch die umwerfende Choreographie des Duells geerdet ist. Der kann mit dem Ding umgehen. Verdammte Axt. Das macht dem keiner nach. Aber was kann man da noch drauf setzen? In Lucas‘ Kopf nur noch den Doppler-Effekt. Dann halt ein asthmatischer Roboter mit vier Lichtschwertern in Episode 3. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich kaum noch eingekriegt vor Lachen. Das blieb mir später im Halse stecken. Komme ich noch zu. Aber es gibt noch ein „mehr“ und doch eine Wiederholung aus HOPE: das in der Mitte halbieren nämlich. Nur hat Obi-Wan eben die Düse gemacht, wo Darth Maul nur dumm aus der Wäsche guckt. Dabei hat es sein Schwert ja schon vorweg genommen, was sein schwacher Punkt ist.

Zurück zu JEDI: Luke nimmt seinem Vater also dessen kümmerliche künstliche (Viagra?) Potenz, um nun seinerseits seine Schwester vor dem Zugriff des Imperators zu schützen. Warum eigentlich? Der hätte mit einer Frau ebenso wenig anzufangen gewußt, wie Anakin mit Luke’s Mutter. Weil Luke den (symbolischen) Sex mit dem Imperator verweigert (und offenbar eben doch hetero ist), wird der nun sauer. Tja, und jetzt richtet es eben doch der Papa, begreift worum ihn der Imperator betrogen hat (das Ausleben der eigenen Heterosexualität), denn schon nach Episode 3 war er mehr Maschine, als Mensch, und von Obi-Wan dreifach(!) kastriert. Deswegen ist hier alles wieder in Ordnung und gerade gerückt. Der letzte „Homosexuelle“, der Imperator ist tot, die Spannung weg, die Saga aus. Über die zwei „Penisvergleich“-Szenen („Dem Schwert deines Vaters nicht unähnlich.“) schweige ich an dieser Stelle. Der Hinweis allein genügt bestimmt. Wie kaputt die Sexualität in JEDI ist, merkt man ja schon bei Jabba the hut. Womit macht er es denn den Tänzerinnen? Was meint er Leia gegenüber, sie würde ihn noch zu schätzen lernen – Oralverkehr? Und wo hat er seinen… aber lassen wir das. Ist auch ohne schon eklig genug. Dann noch das „Loch“ bzw. die Riesenvagina in der Wüste. Also ich bin zwar kein Psychoanalytiker, aber ich würde was drauf verwetten, dass Lucas Angst vor Frauen hat. Ihnen Rollen schreiben kann er jedenfalls nicht. Drum kommen wohl so wenige vor.

Nun zur Vorgeschichte. Ich mochte Episode 1. Natürlich war vieles wieder holprig, aber das war vorher doch nicht anders. Am wenigsten mochte ich den „Look“, weil der moderner war als die Filme, die später spielen. Ja, ich weiß, dies sollte unterstreichen wie hoch die Kultur vorher war, das sehe ich auch ein, aber weil diese Modelle aus dem Rechner kamen, passen sie nicht mehr zum Charme der ersten Filme. Aber Schwamm drüber. Natürlich ist Jar Jar nicht zu ertragen. Ich hatte mich aber schon über die Ewoks geärgert, weil die nur deshalb so aussahen, weil man so Plüschtiere vermarkten konnte, von den dämlichen zwei Spin-off Filmen für Kinder mal ganz zu schweigen… ich krieg ’ne Gänsehaut, wenn ich nur dran denke. Und Lucas hat dabei doch wenigstens versucht an die Kinder zu denken. Kann er nicht. Hat uns früher aber auch nicht gestört. Bemerkenswert ist doch, das er endlich sein Universum expandiert und bebildert. Das ganze Design, zwei neuen Welten, der Senat, von dem bislang nur die Rede war, der Jedi-Rat… kurz: er hat es geschafft den Rahmen für die Einhaltung seines Versprechen ab zu stecken, nur um es dann mit Episode 2 und 3 wie ein Kartenhaus in sich zusammen fallen zu lassen. Vermutlich auch deshalb, weil er keine Zeit hatte die Bücher zu überarbeiten, das ging alles zu schnell, und er hat selber bei den Sequels Regie geführt (böser Fehler). Man stelle sich nur kurz Episode 2 unter der Regie von David Lynch (der ja für JEDI im Gespräch war), und Episode 3 unter der Regie von David Fincher vor. Meine Fresse, was hätte daraus werden können. Aber das sind ungelegte Eier. Wo wir doch schon die ganze Zeit bei Kastrationsbildern sind.

Nun aber zur Sexualität von Episode 1. Anakin hat keinen Vater. Hab hysterisch gelacht an der Stelle. Christenkrampf halt. Und dann heißt der Darsteller des älteren Selbst auch noch Christensen. Es gibt eben keine Zufälle. Jedenfalls nehme ich einfach mal an, das Anakin’s Mama als Sklavin vielleicht nie richtig aufgeklärt wurde. Anakin von den Jedi offensichtlich auch nicht. Wäre auch so eine Szene, die ich gerne sehen würde: Sexualkunde an der Jedi-Akademie. Gleich nach Lichtschwerter zusammen schrauben (also: Penisvergleich und -neid). Derjenige, der laut der Prophezeiung das Gleichgewicht der Macht wieder herstellen soll. Was er ja auch tut (merke, er schwängert als Jedi-Bruder eine Frau und wirft den letzten Homo in den Abgrund). Das hätten die Jungs aber auch einfacher haben können, oder? Wobei, bei Gleichgewicht hätte ich jetzt eher gedacht, dass es sich dann einstellt, wenn es sowohl Gut als auch Böse gibt… aber lassen wir das. Das sich die Jedi und die Sith um der Macht Willen die Waage halten müssten, ist für das Lucas’sche Universum schon zu weit gedacht. Und Qui-Gon Jinn wollte ihn „ausbilden“. Männlicher war wohl auch nie ein Jedi. Liam Neeson wirkte wirklich mal wie eine Vaterfigur, und hat sich auch so verhalten. Wenn man davon absieht, dass er den Jungen am Podrace teilnehmen lässt. Aber immerhin. Deswegen ist der Verlust von ihm ein großer Schock – ich hätte ihn gerne wieder gesehen. Was bleibt, ist der selbst noch „unreife“ Bruder Obi-Wan. Wenn man sich überhaupt mal die schlechte Ausbildungsquote der Jedi anguckt… Yoda hat bei Count Dooku / Luke versagt (dabei sollte der bei seinem Alter es eigentlich mal langsam drauf haben, oder er könnte endlich kapieren, dass er zu alt für diesen Job geworden ist), Obi-Wan bei Anakin, Qui-Gon bringt seinen Job bei Kenobi gar nicht erst zu Ende… ziemlich lausige Ausbildungsquote. Von den Fehlentscheidungen mal ganz zu schweigen – wieso lässt man ausgerechnet Obi-Wan sein Versprechen halten, und stellt dem jungen Anakin nicht einen erfahrenen Jedi als Lehrer zur Seite? Da hat der Junge ein meßbares(!) Talent, und der Rat der Jedi stellt sich so doof an, wie es nicht dümmer geht. Schwaches Drehbuch George, ganz schwach. Hat sich bestimmt keiner getraut ihm zu sagen. Leider. Oder es war ihm schlicht egal. Kann er sich ja leisten. Traurig, aber eben auch tragisch. Andererseits hätte ich sonst nicht das zweifelhafte Vergnügen mich daran so ab zu arbeiten. Jedenfalls zeigt Anakin schon erstes Interesse für Frauen und schnelle Autos. Ok, ältere Frauen. Gut, dass da die Altersangaben nicht ansatzweise zur Besetzung passen. Das kaschiert die Bedenklichkeit immerhin etwas. Um Sex geht es ja erst wieder ab Episode 2. Dafür bricht es dort wieder mit voller Wucht übel durch.

Angefangen beim Attentatsversuch mit den „Tausendfüßlern“ im Schlafzimmer, unter Padmé´s Decke. Anakin springt auf’s Bett und schaltet mit seinem ausgefahrenen „Lichtspender“ potentielle Mitbewerber aus, damit niemand seine Herzensdame mit seinem „Gift“ schwängern kann. Oh Mann. Genauso idiotisch wie mit dem Bombenattentat bis zur Landung zu warten. Wer will die Königin eigentlich umbringen? Sie wird doch nach der „starken Hand“ im Senat rufen lassen… aber diese Schwachstellen interessieren hier nur peripher. Was findet sie eigentlich an diesem jungen Knaben? Selten habe ich so verzweifelte Schauspieler gegen ihre schwachen Figurenkonzepte anspielen sehen, die doch ihre aufkeimende Liebe zeigen sollen. Wäre da nicht das erschlagende Liebesmotiv von John Williams, man würde die Liebe der beiden glatt überhören. Man erzählt sich alberne Anekdoten, so wie sie Lucas auch gerne nutzt um vergangene Zeit gemeinsamer Abenteuer zu erzählen (wie zwischen Obi-Wan und Anakin). Da ist im direkten Vergleich ein beiläufiger Drogenkommentar wie „Du willst nach Hause gehen und dein Leben überdenken.“ schon ein echter Hingucker. So hätte ich mir den Job eines Jedi vorstellen können. Weltverbesserer at work halt. Eine Erklärung dafür, warum Dooku Anakin einen Arm abhaut, fällt mir im Augenblick nicht ein. Ergänze ich bei Eingebung. Dafür gibt es dann noch so Bilder wie in der Droiden-Fabrik, wenn Padmé in den Bottich fällt, während Anakin ein stählernes Kondom angetackert bekommt. Dann ergießt sich überall die heiße Flüssigkeit, aus der die einander ähnlich sehenden Spermien Droiden entstehen. Also ich weiß nicht. Die zwei wollen es tun, ihrer Liebe „Flügel“ verleihen (wie sie die Bewohner dieses Planeten alle tragen), dringen in den Berg ein, und sind in einer Maschine gefangen, die Droiden fabriziert, wo sie eigentlich Luke und Leia zeugen sollen. Stattdessen landen sie in der Arena, und jeder hat vorläufig seine ganz eigene Projektion von Sexualität zu besiegen. Bis die Bruderschaft der Jedi sie raushauen kommt. Aber Moment, Bruderschaft? Oder sind hier tatsächlich auch Frauen dabei? Wenn, dann sind sie aber definitiv außerirdisch. Niemals zwei von der gleichen Spezies, das gar nicht erst der Gedanke aufkommen kann, dass die in ihrer Freizeit Sport treiben. Nein, nur Schüler und „Meister“. Dabei wissen wir doch alle, dass es „master and servant“ meint aber „master and apprentice“ heißt. Alleine würden es die Bruderschaft aber nicht packen, also kommen die Klonkrieger zu Hilfe, ihr – Verzeihung – Ejakulat. Auch einander sehr ähnlich. Wie Spermien eben. Und dann auch noch die weißen Uniformen… Von Reproduktion durch Sex hält Lucas offensichtlich gar nichts. Dann versuchen jedenfalls die Metalspermien (die Droiden) in den großen Eizellen (Raumschiff-Kugeln) zu fliehen. Also ab da steige ich irgendwo nicht mehr durch. Das ist mir zu viel Blumen und Bienen à la Lucas. Und dann der dämliche Spoiler mit den Todesstern-Bauplänen. Wie elegant war dagegen Episode 1, wo nur der Zuschauer weiß, dass der Böse mitten unter den Guten steht. Aber damit ist der Überraschungsmoment, wenn man mit Han Solo aus dem Hyperraum bei Alderan ankommt ein für allemal kaputt. Kann gar nicht mehr schlimmer werden. Oh doch.

In der entsetzlichen Episode 3 ruiniert Lucas nämlich alles. Padmé ist von Anakin schwanger. Wobei man sich nicht so sicher sein kann, ob wirklich von ihm, schließlich sieht man sie nie Sex haben, und da Anakin ja theoretisch von Dooku kastriert wurde, könnte ja auch jemand anderes… aber wer? Jar Jar? Obi-Wan? Vergessen wir das für einen Moment. Die Dialoge zwischen den beiden sind eine Katastrophe. Ich bin auch der Meinung, das Padmé an der Aushöhlung ihrer Rolle lange vor der Geburt der Zwillinge gestorben ist. Jedenfalls ist Anakin ganz schrecklich verwirrt, und will sich mitteilen. Und keiner derer, die sonst „Erschütterungen der Macht“ am anderen Ende der Galaxis wahrnehmen können, haben Zeit für ihn oder reagieren darauf, wenn einer der ihren neben ihnen steht und konkret um Hilfe bittet. Wovor haben die Jedi denn Angst? Welches Gespräch könnte sich denn entwickeln? Naaaaa?? Das er eine „Freundin“ hat, das er was „am Laufen“ hat, dass ihm was noch mehr Spaß macht, als nur mit seinen Brüdern rum zu hängen und Krieg zu spielen. Das er ein Hetero ist, der Frauen schwängert. Ab hier halte ich die Jedi für mindestens einen Haufen verkappter Homos, die nicht zu ihren Gefühlen, geschweige denn zu ihren Gelüsten stehen. Ich meine, hallo – niemand, nicht mal Yoda will was gemerkt haben? Aber es wird ja nicht besser, erst haut Anakin Mace Windu den Arm wech, um diese verschrumpelte Pflaume von Imperator zu retten, der ihn dann kurz darauf los schickt haufenweise Kinder zu töten. Kinder, mit denen er vor kurzem selbst noch die Schulbank gedrückt hat, oder zumindest ging er im gleichen Alter auf dieselbe Schule. Und warum? Um seine eigenen Kinder (inklusive Gattin) zu retten. Genau, sehr einleuchtend. Der werdende Vater denkt an seine ungeborenen Kinder, während er im Dutzend unschuldige Kinder dahin meuchelt. Das ist so krank und unmotiviert, dass ich absolut gar nichts damit anfangen kann. Geht aber noch schlimmer. Yoda schickt Obi-Wan los, um Anakin zu töten. Von verstümmeln und liegen lassen war nicht die Rede. Nein, Obi-Wan sagt auch noch was wie, er habe Anakin geliebt wie einen Bruder. Also bei aller Liebe, und ohne selbst Geschwister zu haben – da wäre doch ein Gnadentot drin gewesen HornbachPraktiker-Obi-Wan. Meine Fresse. Erst die Rekord-Kastratikon, und dann noch ein bisschen ankokeln lassen. Ich hätte fast ins Kino gekotzt. Nicht wegen Anakin, sondern wegen Kenobi. Hallo! Befehlsverweigerung! Bruderliebe? Ja, ich weiß, Anakin muss überleben, damit er als Darth Vader werden kann, aber hätten dann nicht Klonkrieger ihn retten kommen können, so daß Obi-Wan seinen Auftrag nicht zu Ende ausführen hätte können? Wieso läßt er ihn so zurück? Weil-er-weiß-dass-er-ohne-zügige-medizinsche-Hilfe-sterben-wird. Wie scheiße ist das denn bitte? Nach all den Jahren Seite an Seite… wenn er ihn liegen läßt, ist das nicht wie – Rache? Also ganz un-Jedi-haft? Das ist soooo schlecht, ich fasse es nicht. Wie großartig wäre es gewesen, Obi-Wan hätte Anakin in der Szene umgebracht. Jaha – dann wäre das nämlich nie Anakin unter der Maske gewesen, aber alle hätten es geglaubt! Würde sogar den anderen Darsteller am Ende erklären, und dass er sich nach all den Jahren schon selbst für Luke’s Vater hält. Ich mein, es hat ja nie jemand nachgeguckt, wer da unter dem Helm steckt. Hätte doch ein anderer sein können, Darth McGuffin eben. Bliebe nur die Frage, wieso sich Obi-Wan nicht erinnert. Vielleicht stimmt doch seine erste Variante, dass ein junger Jedi namens Darth Vader Anakin umgebracht hat – dann wäre er selbst sogar der Schurke. Hah, FIGHT CLUB bei Star Wars. Das nenn‘ ich doch mal eine Theorie, die einen Mashup-Schnitt wert wäre (reiche ich vielleicht mal nach – oder vielleicht übernimmt jemand??).

Als wäre das alles nicht schlimm genug, ist es dann ausgerechnet der Imperator, der einen Hauch von Mitgefühl in dem Film zeigen darf, wenn er Anakin’s Überreste findet, und ihn sanft am Kopf berührt – hätte auch nur ein Jedi den verdammten Drecksfilm über nur ein einziges Mal hingehört, wäre einem erspart geblieben, ab diesem Moment die Seiten zu den Sith wechseln zu wollen. Die hören wenigstens zu, wenn man ihnen was sagt, und zeigen sich menschlich. In all ihren Abgründen, weil sie auch Todesangst zulassen, und Lügen, dass sich die Balken biegen. Mit denen rum zu hängen macht bestimmt mehr Spaß, als bei den Jedi auf Kissen im Kreis zu sitzen. Geschieht den anderen Jedi dann auch ganz recht, dass sie offenbar problemlos hinterrücks abgeknallt werden. Das passt wieder zum Dauerversagen in der Ausbildungsquote.

Danke George.

23 Jahre lang wollte ich ein Jedi sein.

Jetzt habe ich lieber Sex mit meiner Frau.

Das werde ich auch meinem Sohn raten. Also Sex mit Frauen zu haben, nicht mit seiner Mutter, so wie… ach lassen wir das.

– – –

* Das alles hier sind Spinnereien, Gedankenspiele. Eines Kulturwissenschaftlers, Filmemachers, und Fans der ersten Trilogie +1. Ich will keinem anderen Fan damit den Spaß an seiner Sicht der Filme nehmen, oder in seinen Gefühlen verletzen. Ich zwinge niemanden dazu, diesen Text zu lesen. Wer es doch tut, macht dies auf sein eigenes Risiko.

PS: Die erste Fassung dieses Beitrags hatte ich auf Englisch angefangen. Da ich mir allerdings vor einer Trollwelle von der anderen Seite des Atlantiks ins Hemd mache (vgl. Breaking Bad – Post), möchte ich zunächst im kleineren Kreis meiner Muttersprache ausprobieren, wie diese „Analyse“ aufgenommen werden. Ja, der Schuss kann nach hinten los gehen, denn ich hab grad anal geschrieben. *seufz

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