„Mach nur eine Sache auf einmal…“

Was ich meinem Sohn erzähle – 001

„… und die so gut du kannst.“ – Ich halte nicht viel von Multitasking. Es mag Situationen geben, in denen das funktioniert und angebracht sein mag (bei Fluglotsen zum Beispiel – wobei ich annehme, dass mehrere Flugzeuge im Blick zu haben eine Aufgabe darstellt, nicht mehrere…), aber ganz bestimmt nicht bei Kindern, in der Erziehung.

Sich konzentrieren können, ganz und gar in einer Sache aufgehen können, das ist Glück. Jedes ins Spiel vertiefte Kind weiß das. Merken tut man es immer nur hinterher. Wenn überhaupt. In der heutigen Geschäftswelt reicht das angeblich nicht mehr, zwischen den „eigentlichen“ Aufgaben gilt es „Vorhersagen“ für das nächste Geschäftsquartal zu treffen, und und und. Hauptsache niemand kann sich mehr richtig auf seine Aufgaben konzentrieren. Auf lange Sicht kann dabei nur Halbgares heraus kommen, unfertiges, Beta-Versionen, unvollkommenes. Und gleichzeitig ist niemand mehr mit seiner Arbeit zufrieden, weil man nichts ungestört fertig machen kann.

Um so mehr halte ich das „nur-eine-Sache-auf-einmal-machen“ für eine Eigenschaft, die in Zukunft wieder gefragt sein könnte.

Zugabe:

Mein fundamentalster Ansatz in der Erziehung ist der, das mein gesprochenes Wort nichts bedeutet, solange ich das damit ausgesprochene Prinzip nicht mit meinem täglichen Verhalten zum Ausdruck bringe.

Und meine Fresse – daran könnte man manchmal echt verzweifeln ;)

Über Jens Prausnitz

Filmemacher, Vater, Ehemann.
In Deutschland geboren, in Polen wohnhaft, in Europa zuhause.

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