Wunschfilme

Einige werden sich noch an die ZDF-Wunschfilme im Programm-Sommerloch Anfang der 80er Jahre erinnern. Damals konnte man sich wenigstens jeden Samstag aussuchen welche Wiederholungen gezeigt wurden (meistens war es irgendwas mit Winnetou, was sehr meinem damaligen Geschmack entsprach), heute gibt es nur noch Wi(e)derkäuer.

ZDF-Wunschfilm
ZDF-Wunschfilm, Anfang der 80er Jahre

Damals gab es TED zum Mitreden, dann kam die SMS hinzu, und heute gibt es die Abstimmung via facebook oder leider manipulierbar wie jüngst bei ZDF-neo. Aber bei aller angebrachten Häme – es ist höchste Zeit den diesem Prozess innewohnenden Gedanken aufzugreifen, und der Fernsehunterhaltung des 21. Jahrhunderts von (hinten) unten einzuführen. Fehlen nur echte Formate, bei denen man wirklich vor eine Wahl gestellt wird. Ich hätte da auch schon eine Idee:

Warum kombiniert man nicht endlich die unsäglichen, aber angeblich populären (was anderes kommt ja neben Talkshows und Krimis eh nicht) Castingshows mit der Vorstellung von neuen(!) Sendungs- bzw. Serienkonzepten? Aber eben nicht nur Sendungen wie bei ZDF-neo, sondern bitte, und ganz unbedingt bei Serien.

Liebes ZDF:

1) Richtet eine Redaktion/Jury ein. Zum Beispiel bestehend aus einem Regisseur, einem Drehbuchautor, einem Kameramann, einem Produzent und einem Schauspieler (selbstverständlich 2 Frauen, 2 Männer und ein „Exot“, sonst macht ihr’s ja nicht wie die Privaten). Die können meinetwegen von der Deutschen Filmakademie gestellt werden und dort Mitglied sein. Dann darf natürlich seitens des Fernsehens noch ein Redakteur gestellt werden, aus der Redaktion „Das kleines Fernsehspiel„.

2) In der ersten Phase werden in jeder Sendung mehrere Projekte „gepitch’t“ / vorgestellt. Nach Genres getrennt. Krimi, Drama, Familie, Komödie, Fantasy/Science Fiction/Horror, Dokumentarfilm. Autoren, Regisseure, Nachwuchs, Quereinsteiger, alte Hasen, One-Hit-Wonder stellen in 5 Minuten ihr Projekt mit Händen und Füßen vor. Dann nimmt die Jury die Probanden ins Kreuzverhör, und diese dürfen ihr Projekt verteidigen. Die Zuschauer dürfen abstimmen, welche 3 Projekte pro Sendung eine Runde weiter kommen. Das muß wie bei den Lottosendungen oder Wetten dass…? amtlich bestätigt werden. Nix mit Mehrfachanmeldung und abstimmen via IP-Adresse, Mailbot, andere Sendungen schlecht bewerten… nein, jeder bekommt nur ein Kreuz. Holt euch das nötige know-how aus dem Internet oder von den „flüssigen Demokraten“ der Piraten. Das geht.

3) In Phase zwei dürfen Probeaufnahmen gemacht werden, wir sehen das Casting, die Proben, etc. Die Jury hilft tatkräftig mit, steht mit Rat und Tat zur Seite. Budgetfragen werden diskutiert, Probleme benannt und nach Lösungen gesucht. Dies geschieht in Etappen und bezieht auch Feedback aus den sozialen Netzwerken mit ein. Am Ende wird aus jedem Zweig ein Gewinner gekürt, und eine Pilot-Sendung produziert. So sollte auch der Titel in Anlehnung an den amerikanischen Markt lauten: Pilot-Season (oder eingedeutscht: „Jahreszeit der Heißluftballons“).

4) Abschließend werden die Pilotfolgen im Anschluß an ihre Ausstrahlung live diskutiert, dazu werden noch Filmkritiker / Filmwissenschaftler geladen, und wieder das Publikum via Social Media eingebunden. Am Ende der Sendung sollten (mindestens) zwei Gewinner stehen, deren jeweils erste Staffel produziert wird. Dabei könnte man sich an der BBC orientieren, und „nur“ sechs Folgen in einem Jahr produzieren – das reicht. Abhängig machen sollte man die Entscheidung von den zu erwartenden Kosten. Denn eine Science-Fiction oder Krimiserie kostet mehr Geld als Dokumentarisches oder ein Familienprogramm ohne Spezialeffekte. So kann der Sender einerseits sagen, dass sie mehr als ein Format in Serie gehen lassen wollen, oder dass es eben nicht für die beiden beliebtesten reicht, sondern nur für eine. Hier gibt es nun die Möglichkeit die Staffeln zu teilen (je 3 Folgen) oder die Zuschauer via Crowdfunding einzubinden. So sollte es eine Hintertür geben sogar mehr als 2 Serien zu produzieren.

5) Im abschließenden Finale wird dann bekannt gegeben welche Formate in Serie gehen, welche das Publikum mitfinanziert, und überhaupt und so. Macht. Es. Endlich. Öffentlich.

Wir wollen mitreden. Wir sind das Publikum. Wir bezahlen euch. Wir bezahlen für das, was wir sehen wollen. Dann sogar gerne mehr. Nur euch wollen wir nicht länger bezahlen. Wenn es noch etwas trashiger zugehen soll, dann lasst uns bitte jene Redakteure feuern, von denen die Gewinnerformate zuvor mehrfach abgelehnt worden waren.

Das wäre doch mal eine Publikumsbeteiligung, und ein Programm das Quote macht und Quote bringt.

Liebes ZDF, lieber Oliver Pocher Fuchs bringt den Wunschfilm zurück.

Die Idee müsst ihr mir nicht mal klauen.

Ich schenk sie euch.

Gratis.

Aber wie üblich umsonst?

Walulis sei mit euch ;D

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